Falken-Vokü mit Thomas Fabian zum Thema Kinderarmut

Der politische Nachtisch der vergangenen Falken-Vokü hat Kinderarmut in Leipzig thematisiert. Als Gast konnten wir Thomas Fabian begrüßen. Thomas ist Bürgermeister von Leipzig und verantwortlich für die Bereiche Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule.

Zunächst hat uns Thomas die aktuelle Situation der Kinder und Jugendlichen in Leipzig vorgestellt. Demnach ist z.B. jedes dritte Kind unter 15 Jahren in Leipzig auf „Sozialgeld“ angewiesen. Über 11.000 Kinder in Leipzig leben in Familien, die weniger als 640 Euro im Monat zur Verfügung haben. Die Armutsquote (der Anteil der Personen in der Bevölkerung, die mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze auskommen müssen) liegt in Leipzig bei 19 Prozent. In der Leipziger Bevölkerung gibt es ein niedriges Durchschnittseinkommen. Die sogenannte Mittelschicht schrumpft, dafür wächst die Bevölkerungsgruppe im unteren Einkommensbereich. Die Ursachen sind unter anderem in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung zu sehen.

Für die Leipziger Falken sind das sehr traurige Zahlen. Wir haben deshalb auch mit Thomas diskutiert, wie diese Kinderarmut bekämpft werden könne. Der Schlüsselbegriff zur Bekämpfung ist für Thomas die soziale Teilhabe. Die jetzige Gesellschaft produziert soziale Ungleichheiten und diese müssen ausgeräumt werden.


Die Stadt Leipzig hat hier nur kleine Gestaltungsmöglichkeiten. So werden die KiTas angehalten, von Beginn an die Kinder mit einer pädagogischen Konzeption zu betreuen. Die Betreuungsquote in den KiTas ist vergleichsweise hoch. Auch das Quartiersmanagement der Stadt soll stärker in den Fokus rücken.

Dabei ist es wichtig, dass es eine gut ausgestattete Jugendarbeit in Leipzig gibt. Aber hier sehen die Falken noch „Optimierungsbedarf“. Verschlimmert wird ja alles noch von den Kürzungsorgien der schwarz-gelben Landesregierung, die für Leipzig im Jugendhilfebereich allein durch die Kürzung der Jugendpauschale einen Einschnitt von 512.000 Euro pro Jahr bedeuten.

Die Idee einer Chipkarte oder der Bildungsgutscheine, die gerade von der Bundesregierung vorbereitet werden, hält Thomas für wenig vernünftig: „ Wir machen hier eine doppelte Bevormundung: Erst geben wir Ihnen nicht das Geld und dann schreiben wir Ihnen vor, was Kultur ist.“

Thomas Fabian hat sich lange Zeit für uns genommen und ausführlich auf die verschiedenen Fragen geantwortet. Dafür möchten wir ihm an dieser Stelle auch noch einmal danken.

Für die Falken ist klar, dass dringend mehr getan werden muss. Dabei ist es eigentlich egal, ob jetzt Bund, Land oder Kommune bezahlen müssen: In Leipzig (und überall sonst) muss jedes Kind die Möglichkeit eines gesunden, bildungsreichen und liebevollen Großwerdens haben.

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